Isaac Newton

Geb. am 4. Januar 1643 in Woolesthorpe, gest. am 31. März 1727 in London.

Newton immatrikulierte sich 1661 in Cambridge, nachdem er sich als wenig geeignet dafür zeigte, den Besitz seiner Mutter nach dem Tod seines Stiefvaters zu verwalten. Während die neuzeitliche Naturwissenschaft durch die Werke von Copernicus, Kepler und Galilei begründet worden war und im Umkreis der Philosophien von Descartes und Gassendi ein neues, mechanistisches Naturverständnis konzipiert wurde, herrschte an den Universitäten immer noch der Aristotelismus vor. Auch Newton begann seine Studien mit den Schriften des Aristoteles. Gleichzeitig machte er sich jedoch mit den Ideen der genannten Wissenschaftler vertraut, neben denen ihn der Philosoph Henry More mit seinem Platonismus beeinflußte, durch den er die hermetische Tradition kennen lernte. Als 1665 Cambridge aufgrund der Bedrohung durch die Pest geschlossen wird, legt er in zurückgezogenen Studien den ersten Grundstock für seine späteren wissenschaftlichen Errungenschaften. Ansätze zur Infinitesimalrechnung, zur Optik und zur Erklärung der Planetenbewegung entstehen in dieser Zeit.

1669 erhält er die Lukas-Stiftungsprofessur. Im Anschluß hält er Vorlesungen zur Optik, in der er den zusammengesetzten Charakter des weißen Lichts entdeckt. Seine Ansichten lösen eine erste Kontroverse mit Robert Hooke aus, die er wie auch spätere akademische Streitigkeiten reizbar und empfindlich verfolgt. Ein weiterer Streit führt 1678 dazu, daß er sich völlig zurückzieht. Während er weitgehend isoliert ist, setzt er sich mit den alchimistischen und magischen Thesen der hermetischen Tradition auseinander und gibt unter dem Einfluß dieser Anschauungen das klassische mechanistische Naturverständnis auf, das auf der Teilchenbewegung beruht. Phänomene, die für dieses Weltbild rätselhaft bleiben müssen, wie die Hitzeentwicklung bei chemischen Reaktionen oder die Oberflächenspannung von Flüssigkeiten, erklärt er nun mit der Anziehung und Abstoßung zwischen Materieteilchen. Als er diese durch Formeln quantitativ beschreibt, gelingt ihm die Synthese des Mechanismus mit der mathematischen Beschreibung der Natur. Im Kraftbegriff, der darin enthalten ist, liegt sein entscheidender Beitrag zur modernen Naturwissenschaft.

1687 erscheint sein Hauptwerk, die De Philosophia Naturalis Principia Mathematica, wodurch er in unmittelbarem Anschluß eine internationale Berühmtheit wird. In den Principia formuliert er seine drei Bewegungsgesetze und nach deren Anwendung auf die Himmelsmechanik das Gesetz der universellen Gravitation. Ein Kreis von Schülern bildet sich um ihn und er erhält ein einträgliches Amt an der königliche Münze. Er siedelt nach London über und wird dort 1703 Präsident der Royal Academy, 1705 zum Ritter geschlagen.

Nach 1690 beginnt eine intensive Beschäftigung mit theologischen Fragen. Unter anderem überreicht er Locke, mit dem er Freundschaft geschlossen hatte, ein Manuskript, in dem er einen anti-trinitarischen Standpunkt vertritt. Von einem weiteren erbitterten Streit mit Leibniz um den Vorrang bei der Entdeckung der Infinitesimalrechnung werden seine letzten Lebensjahre begleitet. Seine wissenschaftliche Tätigkeit bis zu seinem Tod im Jahr 1727 ist vor allem der Neuherausgabe seiner Schriften gewidmet.

Werke von oder mit Isaac Newton:


werkausgabe

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Isaac Newton: Opera quae exstant omnia

Faksimile-Neudruck der Ausgabe von Samuel Horsley.

Commentariis illustrabat Samuel Horsley.
1964
5 Bände
2860 S.
Leinen
ISBN 978-3-7728-0231-7
Lieferbar
€ 820,–
© frommann-holzboog Verlag e.K. 2019