Johannes Buridanus

Geb. im Jahr 1300, wahrscheinlich in Béthune, Frankreich, 1358 verstorben.

Buridan studierte an der Universität Paris bei Wilhelm von Ockham Philosophie, dessen Lehren er verurteilte als er 1340 selbst das Rektoramt dieser Universität bekleidete. Der größte Teil seiner Werke sind Kommentare zu Aristoteles. Er vertrat in der Ethik einen gemäßigten Determinismus, demzufolge der menschliche Wille sich für das entscheiden muß, was als größeres Gut vorgestellt wird. Wobei jedoch diese Entscheidung von einer Reflexion auf die Motive des Handelns und auf Werte beeinflußt werden kann. Veranschaulicht wird in diesem Zusammenhang das Dilemma zweier gleichstarker Anreize durch das bekannte Sinnbild von Buridans Esel, der zwischen zwei gleich großen Heuhaufen steht. Bei dem Tier in Buridans Kommentar zu Aristoteles »Über den Himmel«, der die Quelle für dieses Bild darstellt, handelt sich allerdings um einen Hund. Erwähnenswert ist außerdem der Beitrag Buridans zur Mechanik. Hier entwickelte er, entgegen der Aristotelischen Konzeption der Dynamik, den Gedanken, daß die Bewegung durch einen eigenen Impetus des Bewegten erhalten bleibt.

Werke von oder mit Johannes Buridanus:


reihe

Umschlagfoto

Johannes Buridanus: Sophismata

Herausgegeben und eingeleitet von T. K. Scott.
GS 1
1977
168 S.
Leinen
ISBN 978-3-7728-0492-2
Lieferbar
€ 140,–
© frommann-holzboog Verlag e.K. 2018