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Johann Gottlieb Fichte: Band I,10: Werke 1808–1812

2005
XVI, 476 S., 3 Abb. (2 farbig), 21 x 26,5 cm.
Leinen
Deutsch
ISBN 978-3-7728-2170-7
Lieferbar
Einzelpreis:
€ 296,–

Gesamtausgabe der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Dieser Band, der die Werkreihe abschließt, enthält als Haupttext die 1807/08 in Berlin öffentlich gehaltenen ›Reden an die deutsche Nation‹, in denen – auch in der Nachfolge Pestalozzis – zu einer neuen Erziehung der Deutschen als Mittel einer geistigen Erneuerung aufgerufen wird. Ferner legt der Band Petrarca- und Camões-Nachdichtungen vor sowie die ausgearbeitete Schlussvorlesung von 1810 ›Wissenschaftslehre in ihrem allgemeinen Umrisse‹, die Rede ›Ueber die einzig mögliche Störung der akademischen Freiheit‹, mit welcher Fichte im Oktober 1811 sein Amt als Rektor der Berliner Universität antritt, und einen Abdruck der beiden Vorlesungen vom Sommer 1812 ›Über die Bestimmung des Gelehrten‹. Den Abschluss des Bandes bilden vierzehn Rezensionen aus dem Jahre 1788 als Nachtrag.

Inhalt:

  • Reden an die deutsche Nation
  • Petrarka’s 63stes Sonett nach Laura’s Tode (Nachdichtung)
  • Ankündigungen zu den Vorlesungen in Berlin
  • Aus Camões Lusiade. Gesang 3. Stanze 118 (Nachdichtung)
  • Die Wissenschaftslehre, in ihrem allgemeinen Umrisse, 1810
  • Ueber die einzig mögliche Störung der akademischen Freiheit (Rektoratsrede Oktober 1811)
  • Vorlesungen über die Bestimmung des Gelehrten (1812)
  • Vierzehn Rezensionen (1788)

Rezensionen

Eberhard Straub, Süddeutsche Zeitung

Erst seit Fichtes ›Reden an die deutsche Nation‹ lässt sich überhaupt von einer deutschen Nation reden. Diese Reden, in der DDR nie vergessen, in der BRD meist verlegen und überlegen als irrelevant in postkolonialer Zeit beiseite geschoben, liegen nun in einer neuen, vorzüglich kommentierten Ausgabe vor. Sie kommt während der nichtigen Werbekampagne: ›Du bist Deutschland‹ gerade recht. Fichte schrieb damals gegen die ›Nullität des Zeitgeistes‹ und liefert damit den besten Kommentar zu den mageren Schlagworten, die heute aufrütteln sollen. [...] In Zeiten eines entfesselten Ökonomismus, der alles nach seiner Verwertbarkeit beurteilt, der den Bürger durch den Kunden ersetzt und den Markt zum Sinnstifter und Befreier erhebt, wirken derartige Überlegungen nahezu jugendgefährdend. Gerade deswegen gehören sie in die Hand der Jungen, die von den Alten um das betrogen werden, was ihr Recht ist: nämlich ihr Recht auf freie Bildung und Bildung zur Freiheit.

Eberhard Straub,
Süddeutsche Zeitung
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