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Hans Grunsky: Jacob Böhme

1984
348 S., 2 Abb., 14,3 x 20,8 cm.
Leinen
Deutsch
ISBN 978-3-7728-0654-4
Lieferbar
Einzelpreis:
€ 28,–

Der schlesische Schuhmachermeister Jacob Böhme (1575–1624) gelangte »in einer ungeheuren, wilden und rohen Anstrengung des Inneren« (Hegel) zu einer der tiefsten Daseinsdeutungen, die die abendländische Geistesgeschichte hervorgebracht hat. Ihrer Neuerschließung hat Hans Grunsky eine Lebensarbeit gewidmet. Bedeutende Philosophen, Theologen und Dichter stehen unter Böhmes Einfluss: z.B. Leibniz, Oetinger, Hamann, Lavater, Franz von Baader, Hegel, Novalis, Schelling, Schopenhauer, Ludwig Feuerbach und Nicolai Berdjajew. Galt Böhme bisher als schwierig und dunkel, so zeigt dieses Buch seine Lehre erstmals als Wunderwerk klarer philosophischer Architektonik. Böhme gibt Antwort auf Probleme, um die wir gerade heute wieder ringen. Er weist einen Weg, auf dem wir auch das Furchtbare und Negative in ein übergreifendes Sinnganzes einordnen können. Dabei verdienen die existentiellen und anthropologischen Grundlagen seiner Metaphysik und die Vorstellungen, die er sich von der empirischen Struktur des menschlichen Gemüts macht, höchste Beachtung.
Wie Böhmes Behauptung zu verstehen ist, er habe – im Sinn seiner visionären Erlebnisse – alles aus sich selbst, wird aus der Darstellung seines Lebens und seiner Entwicklung deutlich. Die Darstellung bleibt auch dem weitesten Kreis von Liebhabern der Philosophie zugänglich. Zahlreiche Figuren und Schemen kommen dem Verständnis zu Hilfe.

Inhalt:

  • Vorwort
  • Einleitung

Leben und Entwicklung:

  • Das Lichterlebnis des Freudenreichs
  • Melancholie und ein ritterlich Ringen
  • Die entscheidende Viertelstunde
  • Ein Platzregen zwischen 18 Jahren des Schweigens
  • Mächtiger Aufgesang neuen Schaffens
  • Die beiden mittleren Welten
  • Dramatischer Abgesang

Die Lehre als geschlossenes System:

  • Erster Gang durch das Ganze
  • Der Ungrund als Wille und Auge
  • Die Fassung in Grund
  • Der Ausgang aus dem Centrum
  • Das Bild der Dreiheit im ausgesprochenen Wort
  • Das Ganze der klaren Gottheit
  • Dynamische Begriffsbildung
  • Das menschliche Gemüt als Erfahrungsgrundlage
  • Die Selbstverfinsterung des Willens
  • Das Angstrad der Essentien
  • Das starke Leben im Feuerblitz
  • Durchbruch des gelassenen Willens ins II. Prinzip
  • Liebe-Essentien und Licht-Tinctur
  • Lichtfeuer und Wasser des Lebens
  • Metaphysik der fünf Sinne
  • Der Geist im triumphierenden Rad und die Jungfrau Sophia
  • Das Grünen der Früchte im inneren Himmel
  • Die sieben Qualitäten als Dialektik des ewigen Bandes
  • Das höllische Zurück und die Lüge des Machtwillens
  • Die Unvermeidlichkeit des Bösen
  • Lucifer und der Schöpfungssturm
  • Sonne Vernunft und Materie
  • Das III. Prinzip im Spiegel des Zeitproblems
  • Adam und Christus
  • Zeit und Ewigkeit
  • Der Mensch in seinen Möglichkeiten

Anhang

Rezensionen

Neue Zürcher Zeitung

Grunskys Buch ist musterhaft in der Ruhe, Umsicht und Sauberkeit seines doch immer lebendigen Vortrags, es ist ohne jeden Jargon nur der Erkenntnis eines wunderbaren Gegenstandes hingegeben. Es ist der bisher umfassendste und jedenfalls konsequenteste Versuch, das Werk und Weltbild Böhmes als geschlossenes philosophisches System sichtbar zu machen. Es ist eine Leiter in die Tiefe Böhmes, der man sich wohl anvertrauen kann.

Neue Zürcher Zeitung
Neue Zürcher Zeitung

»Grunskys Buch ist musterhaft in der Ruhe, Umsicht und Sauberkeit seines doch immer lebendigen Vortrags, es ist ohne jeden Jargon nur der Erkenntnis eines wunderbaren Gegenstandes hingegeben. Es ist der bisher umfassendste und jedenfalls konsequenteste Versuch, das Werk und Weltbild Böhmes als geschlossenes philosophisches System sichtbar zu machen. Es ist eine Leiter in die Tiefe Böhmes, der man sich wohl anvertrauen kann.«

Neue Zürcher Zeitung
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