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Robert Fludd: Utriusque Cosmi Historia

CP 5,1-4
Ca. 4 in 5 Bänden
Ca. 2200 S., 2092 Abb., Zahlreiche Tafeln nach Kupferstichen des Originals, 24 x 34 cm.
Leinen
Deutsch
Latein
ISBN 978-3-7728-1627-7
August 2017
Einzelpreis:
ca. € 1.980,–

Nur Gesamtabnahme

Faksimile-Ausgabe der Erstausgabe Oppenheim/Frankfurt, Johann Theodor de Bry, 1617–1621.

Mit einer Einleitung von Wilhelm Schmidt-Biggemann.


Robert Fludds ›Utriusque Cosmi Historia‹ (1617-1621) ist ein Schlüsselwerk der Naturphilosophie der Frühen Neuzeit. Es handelt sich um eine Enzyklopädie, die auch die alternativen spirituellen Theorien darstellt, die später aus dem Kanon der Wissenschaftlichkeit ausgegrenzt wurden. Gerade deshalb ist das Werk für die Frühe Neuzeit charakteristisch. Robert Fludd (1574-1637), Mediziner, Astrologe, Mathematiker und Naturphilosoph, war Anhänger des Paracelsus und der wichtigste englische Repräsentant der Schule des Nikolaus von Kues, die christlichen Neuplatonismus, Pythagoreismus und Kabbala miteinander verband. In seiner Enzyklopädie ›Utriusque Cosmi Historia‹ entwirft Fludd zum letzten Mal in der abendländischen Geschichte eine umfassende Kosmologie, die die biblische Schöpfungsgeschichte naturphilosophisch interpretiert, den Einfluss der Sterne auf das Weltgeschehen im Einzelnen darlegt, alle menschlichen Künste und Techniken seiner Zeit detailliert abbildet, beschreibt und in der Analogie zu ihren himmlischen Archetypen erläutert. Die Hauptgebiete der vormodernen Naturphilosophie werden umfassend und luzide dargelegt: Mathematik, Musik, Kabbala, Meteorologie, Optik, Astrologie, Geomantie, Malerei, Militärtechnik, Automatenkunde …

Wenn irgendwo in der Frühen Neuzeit, dann wird hier die Bildlichkeit von Wissen sichtbar. Fludds ›Utriusque Cosmi Historia‹ ist ein Schlüsselwerk intellektueller Einbildungskraft, in dem theologische und philosophische intellektuelle Fantasie Bild geworden ist. Es ist ein besonderer Glücksfall, dass Fludd seine Arbeit bei Theodor de Bry in Oppenheim drucken ließ. De Bry konnte nämlich auf die Werkstatt von Matthäus Merian zurückgreifen und Fludds naturphilosophische und technische Enzyklopädie mit Hunderten von Kupferstichen illustrieren lassen. Die Stiche zeigen die Urgeschichte der Welt und die Schöpfung der Erde, die menschlichen Künste, sie bilden Automaten und technische Experimente ab, sie illustrieren die menschliche Gestalt als Mikrokosmos im Verhältnis zum Makrokosmos, stellen nicht zuletzt bedeutende Allegorien des irdischen, des siderischen und des himmlischen Kosmos dar. Die Illustrationen machen dieses Buch zur schönsten Enzyklopädie der Frühen Neuzeit.

Das Werk wird durch ausführliche wissenschaftsgeschichtliche Einleitungen von Wilhelm Schmidt-Biggemann erläutert und in den historischen Kontext seiner Zeit gestellt. Erst dadurch wird es in seiner Komplexität erschlossen: Die einleitenden Paraphrasen, Interpretationen und Kommentare sind unentbehrlich, denn sie machen die komplexen Bilder und die voraussetzungsreichen Texte erst verstehbar. Namensregister erschließen die Bände und ermöglichen so ein wissenschaftliches Weiterarbeiten an diesem frühneuzeitlichen Schlüsselwerk.

Band 1: De Macrocosmi structurae, ejusque creaturarum originis historia in libros VII divisa.

Hier wird die Ur-Geschichte der Schöpfung vorgestellt und in Bildern erläutert: zunächst die Erschaffung des Himmels und der Erde, danach die Entstehung der Pflanzen, der Tiere und schließlich des Menschen.

Band 2,1-2: De Naturae Simia seu Technica macrocosmi historia, in partes undecim divisa. Frankfurt 1624

Dieser Band ist eine umfassende – auch bildliche – Darstellung der menschlichen Künste: Mathematik, Musik, Optik, Malerei, Militärtechnik, Automatenkunde, Meteorologie und Astrologie.

Band 3: De Supernaturali, Naturali, Praeternaturali et Contranaturali Microcosmi historia. [Oppenheim 1619]

Der dritte Band stellt Fludds Metaphysik und Physik vor. Die Metaphysik ist ein Entwurf einer spekulativen Zahlenlehre auf der Grundlage der Ideen des Nikolaus von Kues; die Physik illustriert in Wort und Bild das Verhältnis von Mikrokosmos und Makrokosmos und ist so, gemeinsam mit dem »Anatomiae Amphitheatrum« in Bd. 4, eine Gesamtdarstellung der Medizin und Anthropologie der Renaissance.

Band 4: De Theosophico, Cabalistico et Physiologico utriusque mundi discursu…

Im vierten Band stellt Fludd die kabbalistischen und pythagoreischen Grundlagen seiner enzyklopädischen Theorie vor. Dieser Band ist die erste große Gesamtdarstellung der christlichen Kabbala in der Frühen Neuzeit.

© frommann-holzboog Verlag e.K. 2017