Leonardus Lessius

Leonardus Lessius (* 1554 in Brecht bei Antwerpen, † 1623 in Leuven) war ein flämischer Jesuit und einer der bedeutendsten katholischen Moraltheologen der Frühen Neuzeit.
Nach einem Studium der ›artes liberales‹ und dann der Theologie in Leuven und Liège, wichtigen Zentren der damals wirtschaftlich aufblühenden spanischen Niederlande, trat er in den Orden der Jesuiten ein und lehrte ab 1574 in Douai Philosophie. Nach der Priesterweihe 1580 führte er seine Studien 1583–84 in Rom am ›Collegium Romanum‹ bei führenden Jesuiten wie Robert Bellarmin und Francisco Suárez fort.
Von 1585 bis 1600 lehrte Lessius dann in Leuven Theologie und stellte seinen Vortrag dabei von den traditionell üblichen ›Sententiae Lombardi‹ auf die ›Summa theologiae‹ Thomas’ von Aquin und das Beichthandbuch ›Enchiridion sive manuale confessariorum et poenitentium‹ Martinus’ de Azpilcueta um. Sein Lehrerfolg sowie seine Überzeugung vom freien Willen und molinistische Positionen zur Gnadenlehre führten zu Konflikten mit der Universität; die Schriften Lessius’ wurden angegriffen und zensiert.
Seit 1600 beschränkte Lessius seine Lehre auf wöchentliche Debatten zu moraltheologischen Kontroversen, einer Veranstaltung, die Orientierung in einer Welt moralischer Unsicherheit bieten sollte. Für Lessius bildete dies das zentrale Anliegen jesuitischer Seelsorge und wurde damit zum theologischen Fluchtpunkt seiner normativen Theorie.
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