Allgemeine Zeitschrift für Philosophie: Das Böse im Anthropozän? Heft 46.3/2021

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Deutsch
2021
144 S.
Broschur
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Einzelpreis:
€ 38,–

Die Kategorie des Bösen gilt es angesichts der irreversiblen Folgen menschlichen Handelns im neuen Erdzeitalter des Anthropozän noch einmal grundlegend neu aufzurollen und kritisch zu hinterfragen. Die Herrschaft des Menschen über die belebte und unbelebte Natur geht mit bisher noch nie dagewesenen Umweltzerstörungen einher, für deren ethische Verantwortung die klassischen Konzepte individueller Zuschreibung und subjektiver Schuld keine tragfähigen Erklärungsmuster mehr bereitstellen. Im Lichte der ökologischen Zerstörungen, die den Diskurs über das Anthropozän charakterisieren, stehen die seit Kant auf den Weg gebrachten Modelle der Verantwortung für das Böse in der Welt selbst auf dem Prüfstand und müssen ihrerseits philosophisch neu reflektiert werden. Die Beiträge des Heftes gehen diesem Problem nach, indem sie die einschlägigen klassischen Bestimmungen des Bösen bei Kant, Schelling, Heidegger und Arendt erinnern und nach deren philosophischer Tragweite für die globalen Veränderungen unserer Zeit fragen.

Inhalt:

Schwerpunkt:

  • Burkhard Nonnenmacher: Überlegungen zu Kants Begriff des Bösen im Anthropozän vor dem Hintergrund der Rechtfertigungslehre Luthers

  • Jörg Noller: Natur als Person? Kant über das Böse im Anthropozän

  • Louisa Estadieu: Das ›Aufzehren der Natur‹. Hegels Analyse des Bösen in der Perspektive des Anthropozän

  • Philipp Höfele: Zur mimetischen Dimension des Bösen im Anthropozän: Überlegungen im Anschluss an Schelling und die Kritische Theorie

Essay:

  • Melanie Sehgal: Erzählen, Situieren, Sorgen: Die Humanities im Anthropozän

Buchbeprechungen:

Nachruf:

© frommann-holzboog Verlag e.K. 2021