Allgemeine Zeitschrift für Philosophie: Primat des Praktischen. Zur Aktualität der griechischen Sophistik Heft 44.2/2019

Heft 44.2/2019.

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2019
153 S.
Broschur
Deutsch
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Einzelpreis:
€ 38,–

Obwohl die griechische Sophistik lange schon nicht mehr als bloße Wortverdrehungskunst gilt, wird sie weiterhin in ein Kontrastverhältnis zur Philosophie gesetzt: Sie wird als Randerscheinung wahrgenommen, die philosophisches Denken zwar herausfordert, der es aber an eigener intellektueller Dignität fehlt. Die Beiträge des Schwerpunkts nehmen das Thema erneut auf und fragen nach der aktuellen Bedeutung dieser Bewegung. Dabei kristallisiert sich heraus, dass das sophistische Denken zutiefst einem Primat des Praktischen verpflichtet ist und auf dem Feld der Politik, des Rechts und der Ethik sein angestammtes Feld hat. Die Sophistik ist nicht nur eine Protophilosophie mit bestenfalls historischer Bedeutung, sondern eine praktisch orientierte intellektuelle Kultur, die sich in der Philosophie auf andere Weise fortsetzt.

  • Helmut Heit: Protagoras und der Relativismus als epistemische Tugend
  • Karen Piepenbrink: »Sophistische« versus »demokratieaffine« rhetorische Strategien? Überlegungen am Beispiel Antiphons von Rhamnus aus althistorischer Perspektive
  • Lars Leeten: Antilogik und Dialektik. Entwicklungslinien vorplatonischer Bildungskultur
  • Morten S. Thaning / Johan Gersel: Pseudoerzieherische Diskurspraxis. Platons Verständnis der Sophistik
  • Thomas Schirren: Isokrates und die Rechtfertigung des rhetorischen Lebens

Essay:

  • Christine Abbt: Selbsttreue und Veränderung. Goethes Maxime über Polypragmosyne und das gute Leben

Buchbesprechungen:

  • Lea Watzinger: Kritische Sichtbarkeit – Transparenz als opakes Konzept zwischen Selbst und Gesellschaft
  • Michael G. Festl: Sapere Aude – pragmatistisch und gehaltvoll

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