Judith Le Soldat: Band 5: Kissing & Killing in Kyoto

Gesammelte Aufsätze und Artikel 1983–2001. Neu herausgegeben von der Judith Le Soldat-Stiftung.

With an introduction by Monika Gsell.
Umschlagfoto
English
14,8 x 21 cm.
Softcover
ISBN 978-3-7728-2685-6
Second half of 2025

»Für einen Menschen wie mich, der aus unbezwingbarer Neugierde und, um es gleich zu sagen, aus Lebensnotwendigkeit zur Psychoanalyse gekommen ist, stellt es eine unbequeme Herausforderung dar, hier vor Ihnen über die Frage zu sprechen, ob die Analyse mich geheilt habe.« Mit diesem Satz eröffnete Judith Le Soldat den Vortrag, den sie 1992 im Rahmen des Wiener Kongresses zum Thema ›Heilt die Psychoanalyse?‹ gehalten hatte, und in dessen Verlauf sie auf die ihr eigene, unnachahmliche Art und Weise, ebenso scharfsinnig wie persönlich, tiefgründig und rhetorisch brillant demonstriert, was Psychoanalyse ist und kann – und zwar, indem sie sozusagen das Thema der Tagung selbst auf die Couch legt und die Frage als Symptom eines unbewussten Konfliktes dekonstruiert, dem niemand entkommt, der die Psychoanalyse praktiziert.
Dieser Vortrag ist eines der Glanzstücke, das der fünfte und letzte Band der Judith Le Soldat-Werkausgabe erstmals einem größeren Publikum zugänglich macht. Der Band versammelt die in Zeitschriften und Sammelbänden publizierten Aufsätze, Vorträge und Artikel. Ergänzt werden die insgesamt zehn Texte durch einen bisher unveröffentlichten Essay aus dem Nachlass.
Der Titel Kissing & Killing in Kyoto wurde dem letzten noch zu Lebzeiten von Le Soldat publizierten Artikel entnommen. Diesem Text kommt innerhalb von Le Soldats Werk insofern eine Sonderstellung zu, als er der einzige ist, in dem sie das, was sie in den posthum erschienenen Vorlesungen als ›die zweite Variante der Grenzüberschreitung‹ bezeichnet hatte, etwas ausführlicher darstellt, und zwar anhand von Kleists Figur der Penthesilea.

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