Karl Leonhard Reinhold: Band 5: Korrespondenz 1793

Herausgegeben von Faustino Fabbianelli und Ives Radrizzani.
Unter Mitwirkung von Lorenza Castella.
Umschlagfoto – nicht vorhanden
Ca. 456 S., 10 Abb.
Leinen
Deutsch
ISBN 978-3-7728-0831-9
November 2019
Einzelpreis:
ca. € 328,–
ca. € 298,–

Dieser Band enthält Reinholds Korrespondenz von 1793. In diesem Jahr ergeht an Reinhold über Lavaters Vermittlung der Ruf nach Kiel, der in seiner Laufbahn einen entscheidenden Einschnitt einleiten wird. Die Briefe stehen schon unter dem Zeichen dieser schicksalshaften Wende. Ferner spielt die politische Kulisse mit den dramatischen Ereignissen in Frankreich (Hinrichtung Ludwigs XV.) durchgehend eine erhebliche Rolle (siehe auch Reinholds Merkur-Aufsatz über die Französische Revolution). In dieser Periode beschäftigt sich Reinhold auch intensiv mit dem Thema der Willensfreiheit. Von besonderer Bedeutung ist für ihn die Entdeckung von Fichte und dessen anonym veröffentlichter Offenbarungsschrift. Wichtige Briefpartner sind u. a. Baggesen, Erhard, Jacobi, Kant, Lavater, Carl Christian Erhard Schmid und Wieland. Der Band enthält eine Bibliographie, ausführliche Sach-, Personen- und Ortsregister, sowie Verzeichnisse der Schriften und Rezensionen Reinholds aus dem Jahre 1793.

Rezensionen

Alessandro Lazzari, Freiburger Zeitschrift für Philosophie und Theologie

»Neben Reinholds Werken stellt sein umfangreicher Briefwechsel die wichtigste und für die heutige Forschung unumgehbare Quelle für die genaue Ausmessung der Bedeutung, die dieser lange unterschätzte Denker in der Ausgestaltung der kantischen und nachkantischen Philosophie einnimmt. Der von Reinhold während eines halben Jahrhunderts geführte briefliche Austausch mit Persönlichkeiten seiner Zeit – darunter Kant, Fichte, Schiller, Novalis, Jacobi und Wieland –, aber auch mit Freunden, Verwandten, Kollegen und Schülern, gewährt einen wertvollen Einblick in die komplexe Verflechtung von Motiven und Umständen, aus denen Reinholds Philosophie hervorgegangen ist, und in die Vielseitigkeit der von ihr ausgegangenen Impulse und Anregungen. Dass diese unersetzliche philosophiegeschichtliche Quelle, die über lange Zeit so gut wie unbekannt war – nur ein kleines Bruchstück dieses Briefwechsels ist im 19. Jahrhundert in Teilnachdrucken veröffentlicht worden –, dem heutigen lesenden und forschenden Publikum zumindest teilweise wieder zugänglich ist, ist das Verdienst der vom Frommann‐Holzboog Verlag publizierten Korrespondenzausgabe der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.«

Alessandro Lazzari,
Freiburger Zeitschrift für Philosophie und Theologie
© frommann-holzboog Verlag e.K. 2019