Nicodemus Frischlin (1547–1590)

Poetische und prosaische Praxis unter den Bedingungen des konfessionellen Zeitalters. Tübinger Vorträge.

Umschlagfoto
1999
AuE 1
618 S., 14 Abb., 14,9 x 20,5 cm.
Broschur
Deutsch
ISBN 978-3-7728-1832-5
Lieferbar
Einzelpreis:
€ 42,–

Im Jahre 1990 veranstaltete die Universität Tübingen aus Anlass des 400. Todesjahres des Humanisten und Dichters Nicodemus Frischlin eine Fachtagung und Ringvorlesung. Frischlin war 1568–1580 durch Studium und Lehrtätigkeit dieser Universität verbunden, dann zog er sich jedoch wegen verbaler Provokationen und Kollegenspotts die Feindschaft seiner Gönner und der Universität zu. Die Autoren der Beiträge setzen sich mit der Orthodoxie, der Renaissancekultur und dem deutschen Protestantismus unter Herzog Ludwig von Württemberg (1568–1593) auseinander. Sie beschreiben Institutionen gelehrter Bildung im Zeitalter des Späthumanismus – darunter die Universität Tübingen und das Buchwesen.

Inhalt:

  • Dieter Mertens: Vorwort
  • Volker Press: Württemberg, Habsburg und der deutsche Protestantismus unter Herzog Ludwig (1568–1593)
  • Manfred Rudersdorf: Orthodoxie, Renaissancekultur und Späthumanismus. Zu Hof und Regierung Herzog Ludwigs von Württemberg (1568–1593)
  • Anton Schindling: Institutionen gelehrter Bildung im Zeitalter des Späthumanismus
  • Volker Schäfer: Universität und Stadt Tübingen zur Zeit Frischlins
  • Gerd Brinkhus: Das Buchwesen zur Zeit Frischlins
  • Dieter Stievermann: Der Fall des Dichters Nicodemus Frischlin (1547–1590) als sozialgeschichtliches Exempel
  • Casimir Bumiller: Im Schatten des »größeren« Bruders. Eine Psychohistorische Studie zum Geschwisterverhältnis von Nicodemus und Jakob Frischlin
  • Hubert Cancik: Crusius contra Frischlinum. Geschichte einer Freundschaft
  • Robert J.W. Evans: Frischlin und der ostmitteleuropäische Späthumanismus
  • Barbara Bauer: Nicodemus Frischlin und die Astronomie an der Tübinger Universität
  • Jörg Baur: Nicodemus Frischlin und die schwäbische Orthodoxie
  • Wilfried Barner: Nicodemus Frischlins »satirische Freiheit«
  • Wilhelm Kühlmann: Akademischer Humanismus und revolutionäres Erbe. Zu Nicodemus Frischlins Rede ›De vita rustica‹ (1578)
  • Siegfried Wollgast: Frischlin als junger Müntzer? Zu einer Polemik
  • Günter Hess: Deutsch und Latein bei Frischlin. Imitation und Abweichung
  • Fidel Rädle: Frischlin und die Konfessionspolemik im lateinischen Drama des 16. Jahrhunderts
  • Richard Erich Schade: Nicodemus Frischlins ›Phasma‹ (1592): Eine Dokumentation zu den Übersetzungen
  • David Price: Die (Ohn-)Macht des Wortes: Humanistische Gesellschaftskritik in Frischlins ›Susanna‹
  • Joachim Leeker: Frischlins Cäsar-Stücke im Spiegel der Tradition
  • Hans-Gert Roloff: Die wissenschaftliche Frischlin-Edition

Rezensionen

Erbe und Auftrag

Der Band ist eine wichtige und hilfreiche Ergänzung zu der nach langen Vorarbeiten nun erscheinenden zwanzigbändigen wissenschaftlichen Frischlin-Edition.

Erbe und Auftrag
Walter Eckehart Spengler, Fabula

Dieser erste Band der von H.-G. Roloff herausgegebenen Reihe ist [...] ein vielversprechender Neuanfang, hier vor allem für die Erforschung des schwäbischen Humanismus und die Wiederentdeckung Nicodemus Frischlins und seiner Werke, die bereits im gleichen Verlag neuerdings erscheinen.

Walter Eckehart Spengler,
Fabula
Tilman Schröder, Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte

Diese Aufsatzsammlung bedeutet nicht nur einen hervorragenden Überblick über den gegenwärtigen Stand der Frischlin-Forschung. Darüber hinaus ist sie als eine vorzügliche Darstellung der württembergischen Geschichte des ausgehenden 16. Jahrhunderts zu würdigen, einer Epoche, die trotz der so wichtigen religionspolitischen Entwicklungen in der Geschichtswissenschaft bislang eher zu kurz gekommen ist.

Tilman Schröder,
Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte
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