Giordano Bruno

Geb. im Jahr 1548 in Nola in der Nähe von Neapel, gest. am 17.2.1600 in Rom.

Der Vater von Bruno war Söldner und er selbst wurde auf den Namen Filippo getauft und nach seinem Heimatdorf »il Nolano« genannt. Nach einer 3-jährigen Studienzeit in Neapel trat er 1765 in den Dominikaner-Orden ein. Er erhielt 1672 die Priesterweihe, stand jedoch bereits vorher im Verdacht Häretiker zu sein. Einer öffentlichen Anklage entzog er sich dadurch, daß er nach Rom ging, von wo er kurz darauf ebenfalls fliehen musste.

Mit seiner Flucht aus Rom setzt ein unstetes Wanderleben ein, das ihn von Norditalien, nach Frankreich, England und Deutschland führte. Auf seiner Wanderschaft fand er zwar zahlreiche mächtige Gönner wie den französischen König Heinrich III., mit denen er sich aber stets wieder überwarf oder deren Protektion er durch die Verwicklung in akademische oder religiös-politische Streitigkeiten wieder verlor. In London verfasste er einige seiner wichtigsten Werke, sechs italienische Dialoge, drei mit kosmologisch-theologischem Gegenstand (darunter: Cena de le Ceneri und De la causa, principio et uno) und drei mit moralischer Thematik (u.a. Spaccio de la bestia triumphante). Er vertrat in diesen Schriften die Unendlichkeit des Universums, das eine unendliche Anzahl von Welten mit intelligentem Leben enthalten sollte und er verteidigte das Kopernikanische Weltbild.

In seinen ethischen Dialogen griff er u.a. die christliche Ethik an, insbesondere die Calvinistische Lehre der Erlösung allein durch den Glauben. Zum Verhängnis wurde ihm eine Einladung des Venezianischen Patriziers Giovanni Mocenigo, auf die er 1591 nach Italien zurückkehrte. Nachdem er von seinem Gastgeber denunziert wurde, verhaftetete ihn die Inquisition im Mai 1592.

Einige Monate später wurde er der römischen Inquisition übergeben und eine siebenjähriger Prozeß begann. Zunächst versuchte er darzulegen, daß seine Lehren philosophischer und nicht theologischer Natur seien bzw. mit dem christlichen Glauben vereinbar sind. Nachdem er mit dieser Verteidigung keinen Erfolg hatte, weigerte er sich seine Ansichten zu widerrufen, wurde auf Anordnung des Papstes Clemens VIII als Ketzer verurteilt und am 17. Februar auf dem Campo de’ Fiori verbrannt.

Werke von oder mit Giordano Bruno:


werkausgabe

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Giordano Bruno: Opera Latine Conscripta

Faksimile-Neudruck der Ausgabe von Fiorentino, Tocco und Anderen. Neapel und Florenz 1879 –1891.

1962
3 in 8 Bdn
3137 S.
Leinen
ISBN 978-3-7728-0083-2
Lieferbar
€ 1.258,–
© frommann-holzboog Verlag e.K. 2018