Platon

Platon (428 - 347 v. Chr.) war als Sproß einer alten Familie dazu prädestiniert, eine aktive Rolle in der Politik Athens zu übernehmen. Abgehalten wurde er davon durch die Terror-Politik der sog. »Dreißig Tyrannen« (404 v. Chr.) und danach durch die Verurteilung des Sokrates durch die Demokratie (399 v. Chr.). So wich er in die Theorie aus nachdem er schon in seiner Jugend die Philosophie Heraklits kennen gelernt und sich dann mit 20 Jahren Sokrates angeschlossen hatte. Er wurde der Begründer der politischen Philosophie (u.a. »Politeia«, »Nomoi«), die freilich als Disziplin nicht isoliert war, sondern auf einer systematischen, für sein Denken charakteristische Verbindung von Ethik, Anthropologie, Kosmologie, Ontologie (Ideenlehre) und Prinzipienlehre beruhte. Um 389 v. Chr. gründete Platon eine eigene Schule, die »Akademie«, die bald zur bedeutendsten Stätte der Wissenschaft und der Philosophie wurde. Von Syrakus gerufen, die Tyrannis in eine philosophische Herrschaft umzubauen (367 und 361), scheiterte er am Widerstand der Nutznießer des alten Regimes. Nach Athen zurückgekehrt, leitete er bis zu seinem Tode die »Akademie«. Sein Werk, bestehend aus über 30 Dialogen von teils beträchtlicher Länge, bestimmte das Niveau des abendländischen Philosophierens für alle Folgezeit. Niemand hat den Wissenschafts- und Philosophiebegriff späterer Epochen nachhaltiger geprägt als er.

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