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Die Reformation und ihr Mittelalter

2015
MSB 14
VII, 478 p., 6 ill. (5 colored), 17,3 x 24,0 cm.
Hardbound
German
ISBN 978-3-7728-2690-0
Available
Single price:
€ 68.–

eBook available:

€ 68.–
eISBN 978-3-7728-3085-3

According to an almost common perception, above all in Germany, the Reformation and nascent Protestantism had made a radical break with the Middle Ages. This widespread theory led to a situation which did require an explanation, i.e. the fact that in the self-understanding and the self-perception of Protestantism a gap of over a thousand years had developed which divided it not only from the Early Christian and the patristic period but which also evidently had no relationship to this millennium. This long tradition of self-understanding can no longer remain unquestioned. Thus the tremendous research efforts made in recent years make the theory of a radical gap between the Reformation and its Middle Ages and thus also the perception of Protestantism and its relationship to these seem more than questionable. This provides us with a new view of the Reformation and »its« Middle Ages.

Content:

  • Jorge Uscatescu Barrón: Domingo De Sotos Auseinandersetzung mit der protestantischen Theologie in »De natura et gratia« im Ringen um den philosophisch-theologischen Begriff »natura pura« gegen Luthers Menschenbild
  • Augustinus Sander: Die konfessorische Katholizität Georgs von Anhalt
  • Matthias Pohlig: »Des Pabstes eigene Scribenten« – Lutherische Geschichtsschreibung – historiographische Praktiken – Intertextualität
  • Arno Mentzel-Reuters: Reformatoren drucken das Mittelalter – Luthers »Theologia deutsch« und Melanchthons Lampert von Hersfeld
  • Volker Leppin: Luthers Blick auf das Mittelalter
  • Günter Frank: Die »articuli fidei« als Grund des Glaubens und der Theologie – Genese und Kritik eines Grundbegriffs der Ekklesiologie
  • Theodor Dieter: Martin Luthers kritische Wahrnehmung »der« Scholastik in seiner so genannten »Disputatio contra scholasticam theologiam«
  • Johanna Rahner: »Crux/Cruxifixus sola/solus est nostra Theologia«? – Luthers solus Christus, seine mittelalterlichen Wurzeln und seine offenbarungstheologischen Implikationen
  • Jan-Hendryk de Boer: Aus Konflikten lernen – Der Verlauf gelehrter Kontroversen im Spätmittelalter und ihr Nutzen für die Reformation
  • Henrik Wels: Nicolaus Taurellus oder die Geburt der Gleichheit aus dem Geist der Erbsünde
  • Ueil Zahnd: Lambert Daneau kommentiert Petrus Lombardus – Eine reformierte Auseinandersetzung mit einem Basistext mittelalterlicher Scholastik
  • Tarald Rasmussen: Die Kontinuität der Memoria – Überlegungen am Beispiel von sächsischen Grabdenkmälern
  • Bernd Roling: Die Geburtswehen der mittellateinischen Philologie: Polycarp Leyser IV. und das Mittelalter
  • Andreas Odenthal: »nach der alten gebreuchlichen Lateinischen Translation gelesen und gesungen« – Zur Stundenliturgie in den Klöstern Württembergs nach Einführung der Reformation
  • Martina Hartmann: Der wichtigste karolingische Autor im »Catalogus testium veritatis« des Matthias Flacius Illyricus
  • Günther Mensching: Die Reformation und die nominalistische Wende
  • Antoine Vos: Gedankenmuster der Reformation in mittelalterlichem Licht
  • Ulrich Muhlack: Die Renaissance als Beginn der Neuzeit – Mit einem Seitenblick auf die Reformation
  • Risto Saarinen: Die Eigenart der Scholastik in Gerhard Ebelings Lutherdeutung

Reviews

Christian Volkmar Witt, Luther

»In seiner hohen thematischen und methodischen Vielfalt bietet der anzuzeigende Band somit einige anregende Studien, die auf je eigene Weise helfen, offenbar erregte und wenig originelle Debattenlagen zu erden.«

Christian Volkmar Witt,
Luther
Sabine Plum, Concordia – Internationale Zeitschrift für Philosophie

»Der Band, der übrigens sorgfältig ediert ist, stellt als Ganzes einen Beitrag ersten Ranges dar im Bemühen, ein besseres und weiteres Verständnis des Verhältnisses der reformierten Protestanten mit der mittelalterlichen Tradition zu erlangen.«

Sabine Plum,
Concordia – Internationale Zeitschrift für Philosophie
Agenda

»Fazit: Ein erfrischend unkonventioneller Auftakt zum Lutherjahr 2017!«

Agenda
Jörg Füllgrabe, literaturkritik.de

»Das anstehende Reformationsjubiläum hat bereits im Vorfeld eine ganze Reihe von Veröffentlichungen nach sich gezogen oder vielmehr Anlass zur Publikation gegeben. Nicht alles, was bislang erschienen ist, ist wirklich absolut unabdingbar und damit für ein wohlsortiertes Bücherregal vorbehaltlos empfehlenswert, die vorliegende Publikation jedoch gehört nicht in diese Kategorie [...]. Die vorliegende Publikation ist, wie bereits eingangs angedeutet, äußerst lesenswert, da sie auch für diejenigen, die sich im Umfeld der Reformationsgeschichte tummeln, durchaus Neues bereithält. Die Verortung der Beitragenden sorgt dabei auch für eine über- beziehungsweise transkonfessionelle Warte, was zwar in der heutigen zeit eigentlich selbstverständlich sein sollte, es jedoch keineswegs immer ist. [Es] werden auf produktive Weise Perspektiven ausgewiesen, die zur Vertiefung und weiteren Diskussion – etwas auch hinsichtlich der allgemeineren Mittelalterrezeption in der Frühen Neuzeit – einladen.«

Jörg Füllgrabe,
literaturkritik.de
Gerhard Franke, Theologie und Glaube

»Mit ihren je eigenen Akzenten, methodischen Zugängen und inhaltlichen Details zeigen die einzelnen Beiträge zu den thematisierten mittelalterlichen Phänomenen eine beeindruckende Fülle an Bezugspunkten, Anknüpfungen und Fortschreibungen, aber auch an Gegensätzen und Brüchen auf. [...] Der vorliegende Sammelband kann mit seinen Denkanstößen den darüber zu führenden Forschungsdiskurs bereichern, zur historisch adäquaten Vergewisserung der Reformation beitragen und leistet insofern auch einen wichtigen Beitrag zum Reformationsgedenken 2017.«

Gerhard Franke,
Theologie und Glaube
© frommann-holzboog Verlag e.K. 2018