Ulrich Gaier: Herders Sprachphilosophie und Erkenntniskritik

Umschlagfoto
1988
problemata 118
220 S., 14,8 x 20,5 cm.
Broschur
Deutsch
ISBN 978-3-7728-0982-8
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Einzelpreis:
€ 38,–

Johann Gottfried Herder (1744–1803) gilt heute als der große Anreger der meisten geisteswissenschaftlichen Disziplinen. Sprachphilosophische und aus der Wechselbeziehung zwischen Sprache und Denken abgeleitete erkenntniskritische Überlegungen durchziehen sein Werk und bilden die Grundlagentheorie für seine Anthropologie, Historik, Ästhetik und Kritik. Einleitend wird Herders sprachphilosophischer Horizont breiter als bisher erschlossen, dann die Erträge aus der anthropologischen Sprachreflexion der Jahre 1764–72 zusammengefasst; nach der Analyse der Ursprungsschrift liegt der Schwerpunkt auf seiner Auseinandersetzung mit Kant.

Rezensionen

Willi Goetschel, Lessing Yearbook

Die durch seine Originalität hervorgerufene Sperrigkeit gegen einzeldisziplinäre Vereinnahmungen hat Herder als weißen Fleck in der Forschung zwischen Philosophie, Germanistik, Linguistik, Historie ausgespart. Exkursionen in sein unermessliches Gedankenmassiv decken sich da meist nur für den eigenen Bedarf ein. Dagegen macht nun Ulrich Gaier überzeugend geltend, daß es Zeit wird, Herder nicht nur als systematischen Denker anzuerkennen, sondern das Potential an kritischen Argumenten und Alternativen zur kantischen und nachkantischen, d.h. auch gegenwärtigen Philosophie auszuschöpfen, das er bereithält und in dem sich mancher Moderne vorgedacht fand und finden wird.

Willi Goetschel,
Lessing Yearbook

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